„Die Welt auf der Leinwand ist noch ein Stück düsterer geworden“

Braunschweig International Filmfestival (BIFF) vom 17. bis 22. Oktober

The Noonday-Witch: Ein Film von Jiri Sádek mit einigen Gruselelementen. Er ist aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählt, der seinen Vater verloren hat. Foto: Julie Vrabelova

Das Braunschweig International Filmfestival (BIFF) bringt einen Monat früher als gewohnt großes Kino auf die Leinwände in der Stadt und zeigt in den kommenden sechs Tagen über 264 Filme aus 42 Ländern. Davon sind 100 Langfilme, von denen 21 ihre Deutschland-Premiere und eine Produktion ihre Weltpremiere in Braunschweig feiern. Außerdem laufen 164 Kurzfilme, davon 30 als deutsche und fünf als Weltpremiere, 32 Musikvideos und rund 30 Filme, die von Kindern und Jugendlichen gedreht wurden.

Wir haben mit Festivalchef Michael P. Aust gesprochen – zum Beispiel über Krisen und das bedingungslose Grundeinkommen.

Festival-Chef Michael P. Aust im Universum. Foto: Holger Isermann

Herr Aust, sind die Filmemacher 2017 hoffnungsvoller als im vergangenen Jahr?

Nicht wirklich. Die Welt auf der Leinwand ist noch ein Stück düsterer geworden. Es war für uns schwierig, überhaupt heitere Filme oder Komödien für das Festival zu finden. Viele Probleme sind mittlerweile in Genre-Themen verpackt, sodass Nationalismus oder religiöse Konflikte etwa in einem Thriller verhandelt werden.

Welche Konflikte dominieren die Leinwand?

Alle Krisen finden gleichzeitig statt. Man hat schon das Gefühl, dass die Filmemacher von der Wirklichkeit verschreckt sind und ihnen immer mehr bewusst wird, dass diese viel schlimmer ist, als alles, was sie sich selbst ausgedacht haben.

Welche Rolle spielt die Umwelt?

In unserer Reihe Green Horizons ist das Thema natürlich stark vertreten. Hier geht es dieses Jahr vor allem um Ernährungs- und Nachhaltigkeitsthemen. Hervorheben könnte man den Film „The Free Lunch Society“, der das bedingungslose Grundeinkommen behandelt.

Und die Digitalisierung …

… ist inhaltlich nicht wirklich ein Thema. Dafür aber zunehmend bei der Festivalorganisation. Es gibt neue Konkurrenzen …

… mit den Streaminganbietern?

Genau. Es sind sicher fünf Filme von Netflix aus dem Markt gekauft worden, die wir gern zeigen wollten. Eine Festival-Auswertung ist damit nicht mehr möglich. Dies ist auch der Grund, warum wir mittlerweile die Festivalerfolge der Vorjahre unter www.biff.kino-on-demand.com selbst im Streaming anbieten.

 

Kategorie:Allgemein, Campus
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