Auf nach Hogwarts!

Wir lüften das Geheimnis hinter der Magie des Quidditch ...

Foto: Alexander Joost

Foto: Alexander Joost

Quidditch? Etwa das aus Harry Potter? Ist das überhaupt eine Sportart? Und wie macht ihr das mit dem Fliegen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen werden Muggel-Quidditch-Spieler gelöchert. Wir erklären euch, warum sich hinter dem Namen nicht ein getarntes Nerd-Treffen, sondern eine ernstzunehmende Sportart verbirgt, die es seit diesem Sommersemester auch ins Sportprogramm der TU Braunschweig geschafft hat.

Ohne Vorkenntnisse wirkt ein Quidditch-Spiel wie ein wildes Gewusel aus Spielern und Bällen. Kein Wunder, dass mehrere Schiedsrichter gleichzeitig agieren müssen. Vereinfacht geht das Spiel so: Es gibt Jäger und Treiber. Die Jäger werfen mit einem Quaffel (für Nicht-Magier: ein gewöhnlicher Volleyball) Tore und die Treiber haben Dodgebälle mit denen sie die Jäger abwerfen um sie am Torewerfen zu hindern.

Das wäre die Kurzfassung eines eigentlich hunderte Seiten langen, offiziellen Regelwerkes. Wobei der Begriff „Tore“ vielleicht etwas irreführend ist. Tatsächlich handelt es sich um drei nebeneinanderstehende Ringe mit unterschiedlichen Höhen, eben wie beim „echten“ Quidditch. Neben den genannten Jägern und Treibern gibt es im Team auch noch Hüter, die verhindern, dass das gegnerische Team Tore wirft. Die wohl wichtigste Regel wird allerdings als selbstverständlich vorausgesetzt: Jeder der Spieler muss dauerhaft eine PVC-Stange, den Besen, zwischen den Beinen haben. Das macht das Fangen der Bälle ungeahnt schwer, da man als Spieler eben nur noch eine Hand zur Verfügung hat. Und wenn ein Spieler die Stange verliert? Dann ist er logischerweise vom Besen gefallen und muss zu seinen Teamringen laufen, um wieder aufzusteigen.

Nach genau 17 Minuten kommt der goldene Schnatz ins Spiel. Anders als beim „magischen“ Quidditch ist dieser auf dem Gelände von TuRa Braunschweig eine unparteiische Person, der hinten in der Hose eine mit einem Tennisball gefüllte Socke trägt. Sobald ein Spieler es schafft die Socke herauszuziehen, erhält sein Team, statt den üblichen zehn, ganze 30 Punkte und das Spiel ist beendet.

Was im ersten Moment nach dem verzweifelten Versuch klingt, einer eigentlich magischen Sportart die Magie zu nehmen, entpuppt sich als cleverer Mix aus Handball, Rugby und Völkerball. Die Trainingseinheiten sind entsprechend abwechslungsreich. Alleine das Fangen des Balls mit einer Hand im Zusammenspiel mit dem Besenreiten bedarf einiger Übung. Durch die verschiedenen Rollen bzw. Positionen werden stets andere Fertigkeiten benötigt.

Ohne Besen geht nichts: Teambesprechung auf dem Sportplatz. Foto: Alexander Joost

Ohne Besen geht nichts: Teambesprechung auf dem Sportplatz. Foto: Alexander Joost

Neben der Besonderheit, dass Quidditch aus einer fiktiven Buchreihe stammt, gibt es noch mindestens eine weitere. Anders als bei den meisten anderen Mannschaftssportarten spielen Frauen und Männer in einem Team. Eine „Gender-Quote“ gibt sogar vor, dass sich maximal vier der sieben Spieler eines Teams mit dem gleichen Geschlecht identifizieren dürfen.

Seit diesem Sommersemester könnt ihr Quidditch über den Unisport der TU belegen. Veranstaltet wird der Kurs von den „Braunschweiger Broomicorns“ (aus Broom = Besen und Unicorn für Vielfalt), dem offiziellen Quidditch-Verein unserer Stadt, dessen Geschichte bislang kurz, aber sehr erfolgreich ist: Anfang letzten Jahres entstand die Idee der Vereinsgründung. Mittlerweile sind die Broomicorns vollständiges Mitglied des Deutschen Quidditchbunds. Auch Erfolge konnte das Team bereits verzeichnen.

Bei den diesjährigen Quidditch-Winterspielen in München hat es der Verein immerhin auf den zwölften Platz von 18 Teams geschafft und gewinnt fortlaufend neue Fans in der Region. Das alles klingt nach magischen Aussichten, oder?

Kategorie:Campus
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