Come to the dark side …

.... we have credits!

Er ist auch dabei. Foto: Pixabay

Um es gleich vorweg zu sagen: Wir lauern hinter Häuserecken, graben in Archiven, mobilisieren Kontakte aus längst vergangen geglaubten Drogenzeiten und schachern in Hinterhof-Kaschemmen um jedes Quäntchen Information, das wir uns unter den Nagel reißen können. Dann rauschen wir wehenden Mantels in die Redaktion, bahnen uns zigarrerauchend den Weg zwischen umherfliegenden Magazinstapeln, ehe wir uns hinter Schreibmaschinen verbarrikadieren bis uns die leergedachten Köpfe erschöpft auf die Tasten sinken. Pling!

Das ist selbstredend fast ausnahmslos erfunden. Viel besser gefällt uns dagegen folgende Variante: Wir sind fresh, gutaussehend und schreiben quasi nie von einander ab. Wir haben ein Herz für Tiere und gute Geschichten, frönen dem Kaffee immer und dem Alkohol nur in unpassenden Gelegenheiten. Getrieben von wahnsinnigem Wortwitz und inspiriert durch uns selbst, setzen wir Ausrufe- anstatt Fragezeichen: Wir wissen, woher der Hase weht. Den Warnungen juristischer Konsequenzen zum Trotze verteidigen wir die journalistische Freiheit, kämpfen für das Gute und gegen alles Schlechte. Wir sind die schreibenden Boten der Ernsthaftigkeit und damit vermutlich die letzten unserer Art. Irony is over, baby, wie Jarvis Cocker sagen würde.

Dieses Foto spiegelt keinesfalls die Realität wider. Foto: Holger Isermann

Falsch bei uns sind also all jene, die: a. an Weihnachten, Ostern und sonstigen Feiertagen Videos durch ihre gesamte WhatsApp-Kontaktliste jagen, b. Formulierungen wie „Dazu fällt mir folgende Anekdote ein:“ benutzen und c. auch sonst keinen Humor haben. Gern gesehen sind dahingegen verkannte Intellektuelle, Erkenntnistouristen und andere Premium-Denker der Gegenwart. Über das zur Aufnahme in den Redaktionskreis unumgängliche Absolvieren der Mutprobe lässt sich im Einzelfall verhandeln. Dass es dafür allerdings Extra-Credits geben soll, ist schlichtweg als hanebüchener Unsinn abzutun. Gerüchten zufolge hat die aus Studenten zusammengewilderte Redaktion aber immerhin den einen oder anderen Hochkarat-Journalisten hervorgebracht. Wir enthalten uns diesbezüglich eines Kommentars.

Und um das Ganze jetzt zu einem kitschigen Abschluss zu bringen: Wer nach vielen Stunden aufreibender Recherche, hitziger Diskussion und rauschhaftem Schreibflow das gedruckte Magazin in schwieligen Händen hält, weiß plötzlich, warum es eigentlich keinen Grund gibt, etwas anderes, als genau das zu tun. Bleibt nur noch zu sagen, dass wir hoffen, dass jetzt nicht zu viele Glücksritter zu uns wollen.

Meld dich – auf allen Kanälen!
studi38.de
facebook.com/studi38
instagram.com/studi38.de
redaktion@studi38.de

^