Das Sommerfest der TU Braunschweig – ein circulo vicioso?

Das Sportzentrum und Engagierte der vergangenen Feste bedauern das Aus des Traditionsevents. Der Dialog und ein gemeinsames Konzept könnten helfen

Schön war’s ... Das Sommerfest der TU Braunschweig wird es 2016 nicht mehr geben. Foto: TU Braunschweig

Dieses Jahr wird es an der TU Braunschweig zum ersten Mal seit über 30 Jahren kein Sommerfest geben. Darüber berichteten wir am 13. April auf studi38.de. Die darin enthaltenen Stellungnahmen des Sportzentrums der TU stießen bei mehreren Lesern auf Unverständnis. So kreisten ihre Rückmeldungen um die Frage, wieso das Konzept eines über drei Jahrzehnte lang erfolgreichen Festes nicht beibehalten werden konnte, statt externe Organisatoren (die Eventagenturen Undercover oder Events 38) zu engagieren; schließlich hätten Ehrenamtliche und aktive Sportler der TU das Event all die Jahre zuvor erfolgreich gemanagt. Auch wurde der Vorwurf laut, das Sportzentrum handle zu bürokratisch und sei für Großveranstaltungen nicht mehr so offen wie vormals. Zudem seien Vorschläge, das Event andernorts auszurichten (beispielweise auf dem Schützenplatz), um den Kosten einer Renaturierung des Sportrasens vorzugreifen, abgeblockt worden.
Das Sportzentrum, in Person des Direktors Lutz Stöter und des stellvertretenden Leiters Mathias Steiln, nahm Stellung zum geäußerten Unmut. So sei die Professionalisierung des Events durch Agenturen aufgrund verschärfter rechtlicher Rahmen vor vier Jahren alternativlos gewesen. Es seien keine der über die Jahre veranstalteten Events wegen mangelnden Interesses, sondern der Rechtslage und der enormen Verantwortung bei Großevents aus den Händen gegeben worden. Dem Vorwurf, das Sportzentrum bremse die Engagierten mit seinem Bürokratismus aus, entgegnet der Direktor mit dem Leitbild des Sportzentrum und den gelebten Werten der Institution: „Kommunikation, Kultur, Gesundheit und Unisport“. Das disziplinierte Studieren der Majorität heutiger Studenten, das aus persönlichen, aber auch oft finanziellen Gründen Studieren in der Regelstudienzeit fordert und wenig Freizeit lässt, spiele zudem eine wichtige Rolle. So würde diese rare Freizeit der Studierenden von heute als wertvolle Ressource angesehen, die man im Sportzentrum nicht überstrapazieren wolle und auch nicht könne. Die ehrenamtlichen Helfer aus Sportreferat und Förderverein hätten die Organisation vor der externen Vergabe stets gestemmt, doch habe sich die letzten Jahre bereits der Trend hin zum Zeitmangel bei den Studierenden gezeigt. „Viele Engagierte merkten zunehmend, dass sie der Planung eines solchen Events neben dem Studium einfach nicht mehr ausreichend Zeit widmen konnten. Der Wettbewerb belastet die Studierenden mehr als früher, so kann man nicht mehr sagen, man macht ein Semester länger, weil man das Sommerfest planen will. Nach einem Mal Organisieren geben es dann viele auf und das Projekt in die nächsten Hände, wobei immer wieder ein Wissensverlust stattfindet. Auch deshalb war die externe Vergabe unausweichlich“, konstatiert Mathias Steiln. Sein Kollege Lutz Stöter ergänzt: „Der Sportplatz als Austragungsort des Sommerfestes ist Grundvoraussetzung der Agenturen gewesen, damit der Charakter des Festes nicht aufgelöst wird und auch wir sehen die notwendige Verbindung von TU Sommerfest und einem studentischen Ort.“ Doch selbst die Veranstaltungsagenturen erachteten das Event vor dem Hintergrund von Kosten, Rahmenbedingungen und Manpower als nicht mehr umsetzbar. So heißt es auch weiterhin, man diskutiere alternative Events, auch gerne mit den funktionstragenden Studierenden, den Sportreferenten.
Womöglich ist es ja wie so häufig im Leben trotz Leitgedanke ein Kommunikationsproblem zwischen Sportzentrum und Engagierten der Vergangenheit. So könnte das Zusammensetzen und gegenseitige Zuhören ertragreich sein und das Sommerfest, das der Attraktivität von Sportarten stets ein ausgelassenes Forum bot, revitalisieren oder etwas Neues ins Leben rufen.

Kategorie:Campus
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