Freigang für die freie Form

Natürlich könnte man auch mal ins Theater. Viel vergnüglicher ist aber der Jour Fixe der Hochschule für Bildende Künste.

Einmal im Jahr kann man die geballte Performativität live erleben: Die Künstler des Studiengangs Darstellendes Spiel präsentieren hier die Arbeiten, die sie im Laufe der vergangenen Semester erarbeitet haben. Foto: HBK Braunschweig

Natürlich könnte man auch mal ins Theater. Viel vergnüglicher ist aber der Jour Fixe der Hochschule für Bildende Künste, ernsthaft. Der ist, man muss es so deutlich sagen, um keine Überraschung verlegen: Ein Abend, an dem die totale Form-Libertinage die Bühne beherrscht und man zuweilen die halsbrecherische Absurdität der eigenen Existenz vor Augen geführt bekommt.

Ausgerichtet wird er von den seitens der breiten Öffentlichkeit häufig zu unrecht übersehenen Studenten des Instituts für Performative Künste. Schade, denn die haben eine Schwäche für alles, was „experimentell“ schreit: Sie inszenieren Tampons, spucken Mehl und tanzen mit Plastiktüten zum Rande der gesellschaftlichen Zumutbarkeit. Manchmal – und hier muss leider ein Klischee bemüht werden – lassen sie dabei auch die Hüllen fallen, natürlich nur für die Kunst, versteht sich. Das Ganze ist jedenfalls wirklich verdammt unterhaltsam und unbedingt sehenswert.

Einmal im Jahr kann man die geballte Performativität dann live erleben: Die Künstler des Studiengangs Darstellendes Spiel präsentieren hier die Arbeiten, die sie im Laufe der vergangenen Semester erarbeitet haben. Die meisten davon sind auch noch ziemlich interdisziplinär angehaucht, etwa von Freien Künstlern oder Design-Studenten. „In diesem Jahr werden auch drei Physik-Studenten der TU auf der Bühne stehen“, verrät uns das Jour Fixe-Komitee. Ansonsten halten sie es sehr geheimniskrämerisch, wollen nicht zu viel verraten.

Sehen wir weiter, sehen wir zur nächsten Zusammenkunft; die findet am 8. November im LOT Theater statt. „Die Künstler konnten alle frei entscheiden, was sie mit ihrer Arbeit ausdrücken wollen, sie haben die Themen selbst festgelegt.“ Ein Motto gibt es dabei keins. „Wir sind noch voll dabei, unsere Formate neu auszurichten und damit auch noch ein breiteres Publikum in der Stadt anzusprechen, die vielleicht noch nie was von unserem Studiengang gehört haben.“
Was man als Neuling aber unbedingt wissen sollte: Zum guten Ton gehört es im Anschluss der Vorstellung, dem bei Publikum wie Akteuren gleichermaßen genährten Wunsch nach weiterer Entgrenzung im Entree des LOT mit Bier, Wein oder Club-Mate Folge zu leisten. Dazu laden scheinbar achtlos ausgelegte Picknickdecken zum Smalltalk und – nunja, picknicken – ein.

Achso, ein Detail konnten wir dem diesjährigen Komitee dann aber doch entlocken: „Die Suppe kehrt zurück!“ Was das heißt, wissen wir auch nicht. Aber wir werden es rausfinden …

Unbedingt ansehen: 18. Jour Fixe am 8. November um 18:18 Uhr

Kategorie:Campus
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