Rauchzeichen

Ein Thema, zwei Meinungen: Max liebt es zu rauchen, während Michaline die Qualmerei für pure Geldverschwendung hält.

Max liebt es zu Rauchen, während Michaline die Qualmerei für pure Geldverschwendung hält. Foto: Holger Isermann

Max: „Rauchen ist das aller Beste. Es ist sogar besser als Fernsehen“, formte schon Helge Schneider in „Im Wendekreis der Eidechse“. Und er hat verdammt nochmal recht. Rauchen entspannt, macht lässig und ist ein Markenzeichen für extreme Coolness. Die Leute aus der Raucherecke auf dem Schulhof liebten die Gefahr erwischt zu werden. Dort trennte sich die Spreu vom Weizen. Es ist schlichtweg eine Charakterfrage. Und Raucher haben Charakter. Es untermalt die Szenerie eines jeden Noir Detektivfilmes. Stellen Sie sich mal Casablanca mit Humphrey Bogart ohne Kippen vor. Er wäre nur ein kleiner Mann ohne Sexapeal. Einem Jazz Konzert in einem Konzertraum ohne Qualm und Düsternis fehlt es an Atmosphäre. Brrr, wie beim Arzt.

Rauchgeruch gehört in die Kneipen und Clubs, wie die Selbstgedrehte in die Hand von Lucky Luke. Und das ist auch der elementare Punkt. Rauchen ist ein Statement, ein Zeichen des Individuums gegen die Gesundheitslobbys. Was soll das denn auch; ich meine, wir entlasten die Renten- und Gesundheitssysteme doch. Wir leben kürzer aber intensiver. Wir lieben das Leben und genießen es in vollen Zügen. Raucher und Raucherinnen sind in der Regel auch kommunikativer. Man trifft sich vor der Tür und tauscht sich aus, kommt schnell ins Gespräch. Raucher sind einfach die besseren Menschen, immerhin war Hitler bekanntlich Nichtraucher.

Michaline: Samstag Abend, die Hausparty läuft auf Hochtouren. Gerade noch rast die Unterhaltung von einem Thema zum anderen, dann wird der muntere Dialog harsch unterbrochen. Meine Gesprächspartner frönen des Nikotins und wollen nach Draußen: Rauchen. Plötzlich sitze ich mindestens eine halben Stunde alleine im Wohnzimmer und frage mich genervt, warum die Party jetzt vor der Tür steigt. Kippenliebhaber dieser Welt: Ihr nervt! Rauchen stinkt und ist einfach nicht besonders schlau. Erinnert ihr euch noch an die die rauchenden Helden der 90er, wie den Marlboro-Cowboy, Leonard Nimoy alias Mr. Spock und Lucky Luke? Die sind entweder tot oder liegen mit Raucherbein und Lungenkarzinom im Krankenhaus.

Gesteht euch ein, dass ihr physisch wie psychisch abhängig seid, weil ihr in der 8. Klasse zu den coolen Kids gehören wolltet und spart euch bitte die Ausreden a la „Ich brauche meine morgendliche Zigarette wie die Luft zum Atmen“ oder „Rauchen nach dem Sex ist das Allerbeste.“ Niemand braucht Zigaretten, Millionen von Menschen kommen gut ohne sie aus. Ihr seid einfach zu schwach. Wenn es dann doch sein muss, werft die angesabberten Kippenstummel wenigstens dahin wo sie gehören: In den Aschenbecher und nicht auf die Straße!

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