Schnitzel & Sweet Tea

Ein Amerikaner bringt Deutsche Hausmannskost nach North Carolina

(Foto: Celina Stammerjohann)

(Foto: Celina Stammerjohann)

In der beschaulichen Kleinstadt Mount Airy im Norden von North Carolina leben ca. 12.000 Menschen. Viele sind dort geboren und haben Mayberry, wie es auch wegen der Andy Griffith Show genannt wird, nie verlassen. Andere haben die Welt bereist; einer davon ist Robert White. Heutzutage führt er ein kleines Restaurant im Herzen der Südstaatenstadt. Was auf dem Menü steht? Schnitzel, Spießbraten, Deutscher Kartoffelsalat. Dazu gibt es Becks, Paulaner und deutschen Riesling.

Bob White wurde 1966 als junger Soldat nach Baumholder in Rheinland- Pfalz versetzt. Dort lernte er schnell ein junges Mädchen kennen und nachdem er zwei Jahre seinem Land gedient hatte, entschied er sich, in Deutschland zu bleiben. Zur Gastronomie ist er gekommen, als er durch Bekannte beim Militär drei Wirtshäuser mietete und betrieb. Fast zwei Jahrzehnte lang arbeitete und lebte White in Baumholder, bis er 1987 seine Speiselokale, wie er sie selbst nennt, verkaufen musste. Der Dollarkurs war damals unter 2,50 D-Mark gefallen und die amerikanischen Soldaten mussten ihr Geld zusammen halten. Also zog Bob zurück nach North Carolina und eröffnete 1990 zusammen mit seiner zweiten Frau das Restaurant Pandowdy’s. „Eigentlich hatte ich den Namen Stammtisch im Kopf, aber meine Frau sagte mir, niemand wird den Ausdruck verstehen. Wir nennen es Pandowdy’s. Du verkaufst das Bier und ich backe Apple Pandowdys Pie.“ Die Idee hinter dem Restaurant war, die Gemütlichkeit deutscher Lokale und die dortige Hausmannskost nach Mount Airy zu holen.

„Amerikaner kippen ihr Bier einfach nur runter, aber deutsches Bier wird getrunken, um genossen zu werden.“

Auf der Menükarte steht unter ‚Entrees – German Specialities‘: Spießbraten und Jägerschnitzel, an manchen Tagen gibt es deftige Rouladen und Rotkohl. Auch optisch kann das Pandowdy´s seine Wurzeln nicht verstecken. An der holzvertäfelten Bar werden neben amerikanischen Bieren, wie Bud Light und Miller Light, auch Beck’s, Spaten und Paulaner Weißbier angeboten. „Deutsches Bier ist das beste Bier der Welt. Amerikaner kippen ihr Bier einfach nur runter, aber deutsches Bier wird getrunken, um genossen zu werden.“ Die familiäre Atmosphäre, die man oft in kleinen, hölzernen Wirtshäusern in Süddeutschland findet, spiegelt sich in dem schlichten, aber gemütlichen Interieur wieder. An den Wänden hängen Fassböden vom Hacker- Pschorr Bier aus München, die Sitzecken sind aus poliertem, dunklem Holz. „Ich will, dass sich meine Besucher zu Hause fühlen. Das habe ich in Deutschland immer sehr genossen.“ Was Robert White am meisten an Deutschland vermisst, sind die Feiertage und die verschiedenen Festlichkeiten, wie das Oktoberfest. Er hat damals viele Freunde gefunden und vermisst die Atmosphäre, die in Baumholder um die Weihnachtszeit herrschte. Zurückziehen möchte er jedoch nicht: „Ich habe mich an das Wetter in North Carolina gewöhnt. Hier ist es warm und sonnig, in Baumholder war es oft kalt und regnerisch – das vertragen meine alte Knochen nicht mehr.“ Trotzdem besucht er regelmäßig seine Enkelkinder, die noch immer in Rheinland-Pfalz leben. „Eine der schwersten Entscheidungen meines Lebens war meine Tochter, Enkelkinder und Freunde in Deutschland zu verlassen und wieder nach Amerika zu ziehen.“ Dennoch hat es sich gelohnt. Sein kleines Restaurant ist seit 25 Jahren erfolgreich im Geschäft und öffnet tagtäglich seine Türen für Einheimische sowie Touristen. Kulturen vermischen sich überall und so kann es passieren, dass man an einem runden Tisch in Mount Airy sitzt und doch das Gefühl hat, mitten in Deutschland zu sein.

Kategorie:Campus
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