Selfies, Sex & Scherben

Bücher, die aus der Reihe tanzen ...

Fotos: Hoffmann & Campe, Aufbau Verlag, Rowohlt Berlin

Fotos: Hoffmann & Campe, Aufbau Verlag, Rowohlt Berlin

Arbeiterroman

Gerhard Henschel, Hoffmann & Campe

Nicht die Vermessung der Welt, aber immerhin die Vermessung seines Lebens hat sich Gerhard Henschel verschrieben. Gestartet ist er 2004 mit dem „Kindheitsroman“, nun ist er mit dem „Arbeiterroman“ (528 Seiten) beim siebten Teil seiner detailverliebten, zitatengespickten und mit Humor verfeinerten Chronik, die er entlang des Lebens von Martin Schlosser erzählt, angelangt. Ein unspektakuläres Dasein, das durch eine Trennung und zwei Todesfälle an Dynamik gewinnt.

Das ist unser Haus

Barbara und Kai Sichtermann, Aufbau Verlag

„Und wir schreien’s laut: Ihr kriegt uns hier nicht raus! Das ist unser Haus…“ proklamierte die Berliner Politrock-Band Ton Steine Scherben einst gegen Spekulanten-Gier. In Zeiten dringlicher Wohnungsnot in den Großstädten ist das Lied und dieses Buch aktueller denn je. Kai Sichtermann, Scherben-Mitglied und seine Schwester Barbara, befragten Kämpfer und Kreative von damals, wie sie Häuser okkupiert, Volxküchen installiert und Kommunen eingerichtet haben. Eine lehrreiche Zeitreise.

Lippen abwischen und lächeln

Max Goldt, Rowohlt Berlin

Die Trivialität des modernen Alltagslebens der Kleinbürger in der Großstadt, beschreibt kein zeitgenössischer Autor besser als der Göttinger Max Goldt, der die meiste Zeit im hippen Berlin verbringt. Da – und auch anderswo – gibt es viel Seltsames zu beobachten und zu berichten. „Lippen abwischen und lächeln“ enthält die besten Texte des sympathischen Plauderonkels, den man nie unterschätzen sollte, aus den Jahren 2003 bis 2014 auf 512 Seiten. Vergnüglich-intelligente Unterhaltung.

Fotos: Rowohlt, Aufbau Verlag, dtv Verlagsgesellschaft

Fotos: Rowohlt, Aufbau Verlag, dtv Verlagsgesellschaft

Jürgen

Heinz Strunk Rowohlt

Mit seinen drastischen Roman „Der goldene Handschuh“ ist der „Heinzer“ verdientermaßen in der Hochkultur angekommen. Die Geschichte des Frauenmörders Fritz Honka vergisst kein Leser. „Jürgen“ wahrscheinlich schon. Der ist ein ziemlich „armer Willi“, lebt in Harburg bei seiner kranken Mutti und jobbt im Parkhaus. Eine skurrile KleintransporterReise mit seinem nervigen RollstuhlKumpel Bernie zur Brautschau in Breslau bildet den Höhepunkt der lustigen, aber auch ziemlich dünnen Story.

Wie wir leben

Friedemann Karig, Aufbau Verlag

Wir, egal ob Frau oder Mann, wollen Sex. Ständig. Und zwar mit mehreren Partnern. Das behauptet zumindest der Autor – und verweist auf den monogamen Alltag vieler Beziehungen: Lügen, betrügen, verletzen, verlassen. Also hat er sich auf die Suche gemacht nach Partnerschaften, die jeder Norm zuwider laufen – und trotzdem funktionieren. In seinem 300-seitigen Buch verwebt Karig leichterhand die Geschichte der Monogamie mit Erzählungen von Paaren, die ihr abgeschworen haben.

Selfies

Jussi Adler-Olsen, dtv Verlagsgesellschaft

Auf „Erbarmen“, „Schändung“, „Erlösung“, „Verachtung“, „Erwartung“ und „Verheißung“ folgt, ganz modern betitelt, „Selfies“, der mittlerweile siebte Fall für das Sonderdezernat Q. Der dänische Bestseller-Autor Jussi Adler-Olsen, der seinen neuen Thriller-Backstein (576 Seiten) kürzlich auch in Braunschweig vorgestellt hat, läuft hier wieder zu Hochform auf. Das Team um Carl Mørck ermitteln in einem vielschichtigen und komplexenKrimi mit vielen fiesen Charakteren, der sich ganz tief hinunter gräbt.

Kategorie:Campus
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