Und jedes Jahr auf´s Neue…

...kommt die Weihnachtszeit!

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Es gibt unter uns die absoluten Weihnachts-Freaks und die, die von dem ganzen Trubel am liebsten gar nichts mitbekommen wollen. Und doch bleibt Weihnachten etwas Besonderes – aber warum eigentlich? Ich glaube, das liegt nicht nur an den Lichterketten, den Spekulatius oder dem Glühwein, sondern vor allem daran, dass wir alle Weihnachten wieder ein bisschen Kind werden. Und zwar nicht nur, weil wir Geschenke bekommen. Das motiviert vielleicht selbst die größten Vorweihnachtsmuffel an den entscheidenden Tagen nach Hause zu fahren, um dort ein paar Nächte im ehemaligen Kinderzimmer mit Bärchentapete zu verbringen. Dabei ist es meist völlig egal, ob wir 18 und eigentlich gerade erst von zu Hause ausgezogen sind, oder mit 30 Jahren vielleicht schon eine eigene Familie haben. Wenn es diese gibt, muss sie eben auch mit.

In den Vorweihnachtstagen werden oft stundenlange und chaotische Fahrten zusammen mit anderen Weihnachtspilgern in Kauf genommen, um die Festtage mit der lieben Familie zu verbringen. Und spätestens wenn wir dann völlig gestresst von der Reise an dem Ort ankommen, der einmal unser Zuhause war, ist die Zeitreise in unser altes Leben beendet. Denn spätestens an der Haustür legen wir all das ab, was wir an eigenständigem Leben den Rest des Jahres mühevoll aufgebaut und aufrechterhalten haben. Da heißt es dann „Kind, was willst du heute essen?“, „Zieh die Schuhe aus, wenn du in die Wohnung kommst!“ oder „Dein Bruder war ja schon viel früher da als du!“

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Für mich wäre Weihnachten nicht Weihnachten, wenn meine Mutter nicht spätestens am Morgen des Heiligen Abends einen Nervenzusammenbruch bekommen würde, weil keins ihrer ach so erwachsenen Kinder in der Lage ist, ihr beim Baumschmücken zu helfen und ich wie immer nicht pünktlich um 17.00 Uhr neben Tante Inge in der Kirche sitze, um über den Rest der Dorfgemeinschaft in ihren immergleichen Festtagsanzügen zu urteilen. Weihnachten wäre auch nicht Weihnachten, wenn mein Vater mir nicht auch mit Mitte 20 noch erzählen würde, dass der Weihnachtsmann leider genau in der einen Stunde da gewesen sei, in der ich gerade neben Tante Inge saß, nur um mir eine halbe Stunde später einen Umschlag mit Geld in die Hand zu drücken. Und Weihnachten wäre erst recht nicht Weihnachten, wenn ich nicht mit meinen alten Schulfreunden bei dem einen oder anderen Bier jene schon tausendmal erzählten Geschichte aus alten Kindertagen doch noch einmal in die Runde werfen würde. Nur um dann abends leicht beschwipst, aber glücklich in mein Kinderbett mit dem guten alten Echtholzrahmen klettern zu können.

All das gehört für mich zu Weihnachten dazu. Die Vorfreude auf dem Weg nach Hause, Nervenzusammenbrüche zwischen Kartons voll Christbaumkugeln, Krippenspiel und Posaunenchor, meine Eltern, die jedes Jahr wunderlicher werden und Kneipentouren mit alten Freunden. Und natürlich die Bärchentapete.  Und wenn wir ganz ehrlich sind, dann freuen wir uns doch alle jedes Jahr wieder drauf oder? Also ich zumindest auf jeden Fall.

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