Wenn die Melone platzt …

Die Partei Braunschweig hat am gestrigen Weltfrauentag ein Werbemotiv des Braunschweiger Lebensmittelhändlers Görge persifliert und dafür im Netz viel Zustimmung erhalten

Dieser Post von Die Partei Braunschweig hat am gestrigen Weltfrauentag viel Aufmerksamkeit bei Facebook erzeugt. Grafik: Die Partei Braunschweig

Bereits während der vergangenen Kommunalwahl ist das junge Team von Die Partei Braunschweig mit kreativen Plakaten aufgefallen, die sich augenzwinkernd mit politischen Mitbewerbern und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandergesetzt haben. Am gestrigen Weltfrauentag hat der hiesige Ableger der Satirepartei mit einer Veröffentlichung bei Facebook erneut für Aufsehen gesorgt. Ausgangspunkt war eine Citycard, die Ratsherr Maximilian P. Hahn und seinen Kollegen in ihrer Stammkneipe auffiel. Darauf abgebildet ist eine durchtrainierte Frau, die lediglich mit einer geöffneten Hotpants bekleidet ist. Vor ihrer Brust hält sie ein Stück Wassermelone – daneben der Schriftzug „Wer hat die schönsten Melonen in Braunschweig?“

Erst auf der Rückseite offenbart sich der Urheber der Karte. Der Braunschweiger Lebensmittelhändler Görge Discount GmbH wollte mit dem Motiv potenzielle Auszubildende ansprechen – so werden etwa zukünftige Handelsfachwirte oder Fachverkäufer gesucht. „Damit die Karten überhaupt wahrgenommen werden, haben wir uns für zwei echte „Hingucker“ entschieden. Einmal das hier gegenständliche Motiv und zum anderen für ein Tiermotiv …“, erklären Prokuristin Andrea Görge und Verkaufsleiter Marco Weiße gegenüber studi38. „Die Idee, sich dieses Mediums zu bedienen und die gegenständliche Karte zu erstellen, wurde gemeinsam in unserem Unternehmen unter Beteiligung von Geschäftsführung (an dieser sind zwei weibliche Personen beteiligt), Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und Auszubildenden (m/w) getroffen.“

Das Original: Diese zweiseitige Citycard des Lebensmittelhändlers Görge war Grundlage für die Persiflage der Braunschweiger Satirepartei. Foto: Scan des Originals

Für Hahn und seine Partei war dies ein dankbarer Aufschlag –  „vergleichbar mit einem Gay-Blowjob Skandal von Martin Schulz auf der Herrentoilette des Borchardt für Kai Diekmann“, erklärt der Ratsherr. „Die Dame auf dem Foto erinnert stark an eine Background Tänzerin der Eurodance Ära, aber hey, die 90er sind ja wieder in. Im Kontext mit dem Slogan schießt die Zeitkapsel allerdings noch viel weiter zurück und leider über das Ziel hinaus.“ Dem leicht abgewandelten Ursprungsmotiv haben die Parteivertreter eine eigene Variante angehängt: einen übergewichtigen Mann, der eine Bockwurst in der Hand hält. Die Persiflage ist mit der Frage „Wer hat den dicksten in Braunschweig?“ überschrieben.

„Der Post ist der bislang erfolgreichste in diesem Jahr, was allerdings in erster Linie an unserem Motiv liegt und nicht am Görge-Flyer“, ist sich Hahn sicher und führt weiter aus: „Fest steht, dass Rückenbehaarung, ein BMI jenseits der 40 und großkalibrige Würste besser ankommen als schlanke Damen und Melonen. Der Vegetarismus ist in Braunschweig noch nicht angekommen; das gleiche gilt auch für den Feminismus im Hause Görge.“

Eine solche Lesart weist man beim Braunschweiger Lebensmittelhändler von sich: „Diese Motive sollen in der erster Linie dazu führen, dass die Karte überhaupt gegriffen wird, und haben nichts mit der rückseitigen Stellenausschreibung für Auszubildende zu tun“, heißt es in der Stellungnahme. Und weiter: „Uns ist mittlerweile bewusst geworden, dass Vorder- und Rückseite in Verbindung gebracht werden, was allerdings wie oben bereits erwähnt, nicht unser Ansinnen war. Aus diesem Grunde haben wir uns entschieden, die Werbung unverzüglich einzustellen.“

 

Kategorie:Allgemein, Campus, newsbox
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