„Wir verwandeln Sonnenenergie in feinste Klänge“

Zum ersten Mal steigt am 24. Juni das Organic Beats Festival an der TU Braunschweig

Kevin Kurmann (fünfter von links) und das Organic-Beats-Festival-Team. Foto: Privat

Kevin Kurmann (fünfter von links) und das Organic-Beats-Festival-Team. Foto: Privat

Sommer, Sonne, Festival-Laune. Nach der exzessiven Feierei bleiben Plastikflaschen, Bierdosen, Einweggrill und Zelt am Ort des Geschehens zurück. Die Wiese wird zur Mülldeponie. Das geht auch nachhaltiger! – sagt das Organic Beats Festival Team. Ehrenamtlich organisieren Studierende, Ehemalige und Nie-Studierte einen Tag voll Musik, Workshops und D.I.Y. Angeboten. Nachhaltig, non-kommerziell und detailverliebt soll es werden. Wir sprechen mit Kevin Kurmann, dem Leiter des Projekts, über Nachhaltigkeit, Organisation und Mehraufwand.

Bist du ein Festivalgänger?
Auf jeden Fall! Aber jedes Mal tanzt man schon am dritten Festival-Tag auf einem Müllberg, wenn nicht gerade super viele Helfer unterwegs sind. Man kann nicht von der Hand weisen, dass es eine Müllproblematik auf Festivals gibt.

War das der Funke für eure Idee?
Auch. Wir wollen ein Festival gestalten, das in allen Aspekten nachhaltig ist. Die Energiewende ist ein Thema, das immer heiß diskutiert ist. Wir haben uns gedacht, dass wir nachhaltige Energien zum Anfassen laut bewerben, indem wir zeigen, dass man mit ein paar Photovoltaikmodulen ein komplettes Festival versorgen kann. Wir verwandeln Sonnenenergie in feinste Klänge und Licht.

In allen Aspekten nachhaltig?
Genau. Es wird dazu hauptsächlich regionale Lebensmittel geben, wie beispielsweise Grillgut von einem Biobauern aus Schapen und lokales Bier. Und auch die Deko ist größtenteils aus recycelten Materialien. Wir haben aus alten Autoreifen und einem alten Teppich Sitze gebaut, oder aus Paletten, die schon mal benutzt wurden, Möbel und Bars. Und natürlich wollen wir auch den Müll auf ein Minimum reduzieren. Es wird Pfandsysteme geben und alles, was man auf die Hand bekommt ist entweder abwaschbares Besteck, oder essbare Verpackung.

Wie sieht’s mit den Toiletten aus?
Die Toiletten sind keine Dixis. Zum einen weil Dixis nicht wirklich schön und zum anderen die reine Chemie-Falle sind. Wir haben einen Sanitärwagen, der quasi direkt Wasser aus dem Kanal bezieht und dann in die Kanalisation leitet. Die sind hygienischer und man muss keine Chemie verwenden.

Könnten auch größere Festivals nachhaltiger gestaltet werden?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das möglich wäre. Aber nachhaltig heißt momentan immer noch kostenintensiver. Das ist schwierig, wenn man gewinnoptimiert arbeiten muss, weil Leute Vollzeit bezahlt werden müssen. Unser Festival ist nonkommerziell. Das ganze Team arbeitet ehrenamtlich und alles soll so günstig wie möglich und so teuer wie nötig sein, also die Unkosten decken. Außerdem wird das Festival vom Sandkasten selfmade campus unterstützt.

Welche Workshops bietet ihr an?
Es wird Workshops, wie zum Beispiel Beatbox, Didgeridoo, Graffiti und einen Theaterworkshop mit dem Stör & Fried Theater geben. Das Ganze soll kein reines Musik Festival, sondern ein Erlebnis Tag werden.

Wieso sollte man das Festival besuchen?
Ihr solltet das Festival besuchen, weil es ein schönes, nachhaltiges, non-kommerzielles, detailverliebtes Festival ist. Und auch wenn ihr nichts auf Nachhaltigkeit gebt, könnt ihr mal ins Line up gucken. Mindestens zwei oder drei dieser Künstler kosten das in einem Club in Braunschweig an Eintritt, was ihr bei uns für einen ganzen Tag mit allen Acts bezahlt.


Neugierig geworden? Infos zum Line-Up, Partnern, Tickets und co. gibt’s auf www.organicbeats.org

Kategorie:Campus
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