Wissenschaft in luftiger Höhe

Forschungsflugzeug „D-IBUF“ aus Braunschweig untersucht zum dritten Mal Offshore-Windenergieanlagen an der Nordsee

Das Forscherteam: Mark Bitter, Astrid Lampert, Rudolf Hankers und Thomas Feuerle (v.l.n.r.). Foto: TU Braunschweig

Jeder kennt die riesigen Türme mit den großen Rotorblättern: Windkraftanlagen. Die umweltfreundlichen, energieliefernden Ungetüme, die sich optisch nirgendwo so recht einfügen wollen. Windkrafträder weit auf dem Meer sind da doch ideal, da sieht sie kaum jemand und da stören sie nicht – oder doch?

In Deutschland gibt es mittlerweile zahlreiche Offshore-Windenergieanlagen und eine effiziente, umweltfreundliche Nutzung steht bei der Planung an oberster Stelle. Beeinflussen sich Windparks untereinander? Wirken sie sich auf das lokale Klima aus? Genau diesen Fragen widmen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Professor Peter Hecker vom Institut für Flugführung der Technischen Universität Braunschweig. Dazu gehen sie mittlerweile zum dritten Mal an Bord des Forschungsflugzeugs „D-IBUF“ und erheben Messdaten hinter Offshore-Windparks auf der Nordsee. Sie sind damit an einem Teilprojekt („Flugzeugmessungen in der Grenzschicht in Windparknachläufen“) des Verbundprojekts „WIPAFF – Windpark-Fernfeld“ tätig.

Auswirkungen auf das lokale Klima?

WIPAFF erforscht die Auswirkungen von Offshore-Windenergieanlagen auf das Klima, um den weiteren Ausbau der Windkraftnutzung möglichst effizient und umweltverträglich zu gestalten. Dafür arbeiten unter anderem das Karlsruher Institut für Technologie, die TU Braunschweig, das Helmholtz-Zentrum Geesthacht sowie weiteren Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen.

Auf Augenhöhe mit den Windkrafträdern: der Blick aus dem Forschungsflugzeug „D-IBUF“. Foto: TU Braunschweig

Hintergrund der Forschung ist die Tatsache, dass der Wind auf dem Meer von den Windkrafträdern teilweise abgefangen wird, was zu erhöhten Turbulenzen führt. Je nach Wetterlage erreicht der Wind erst nach zehn bis 100 Kilometern wieder seine ursprüngliche Geschwindigkeit und zusätzlich können Luftmassen zur Seite abgelenkt werden, was wiederum zur Abschattung anderer Windkraftparks führen kann. Forscher des KIT vermuten, dass dies auch Auswirkungen auf das lokale Klima haben könnte.

Insgesamt vier Messkampagnen

„Die ersten Messergebnisse sind sehr vielversprechend und bestätigen unsere Erwartungen. Die Windgeschwindigkeit hinter den Windparks ist deutlich geringer. Wir waren überrascht, dass man die erhöhte Turbulenz im Flugzeug sogar spüren kann“, erklärt die Projektleiterin der Messflugkampagne Dr. Astrid Lampert. Wie sich die Ausprägungen der Nachläufe hinter Windparks verhalten, hängt von der Atmosphäre ab, je nachdem ob sie ruhig oder eher durchmischt ist.

Insgesamt sind vier Messkampagnen zu verschiedenen Jahreszeiten und Wetterlagen geplant, die ersten Flüge fanden bereits Ende 2016 statt.

Kategorie:Allgemein, Campus, Wissenschaft
Tags:, ,





Facebook
MensaPlan
Heute
Morgen

Preise gelten für: Studenten
Mitarbeiter/Gäste
Legende

Anzeige