„Die Studis müssen uns beschäftigen“

AStA, StuPa, Referate? Ob in Braunschweig, in Wolfenbüttel oder in Clausthal – jeder Studierende stolpert früher oder später über Hochschulpolitik. Aber was passiert dort eigentlich genau?

Petra Wiesinger, Laurenz Raddatz und Michaela Lange aus dem StuPa der TU Braunschweig. Foto: Privat

Petra Wiesinger, Laurenz Raddatz und Michaela Lange aus dem StuPa der TU Braunschweig. Foto: Privat

Die sogenannten Referate sind dem AStA sowie dem StuPa untergeordnet. Sie werden vom AStA vorgeschlagen und vom StuPa bestätigt. Es sind Gruppen, die sich für ein bestimmtes Thema in der Studierendenschaft stark machen, dazu beraten und informieren.

Beispiele an der TU sind das Sozialreferat mit Stipendien oder das Wohnungsreferat, welches sich aufgrund von akuter Wohnungsnot internationaler Studierender bildete. Auch Diskriminierung oder -benachteiligung von Studierenden wird in speziellen Referaten behandelt. „Dazu gibt es auch die klassischen Servicereferate, wie die Fahrradwerkstatt. Für die zahlt jeder Studierende im Semesterticket einen kleinen Beitrag, kann dafür diese umsonst nutzen und sein Fahrrad selbstständig mit Hilfe reparieren“, berichtet Petra Wiesinger.

Direkte Bezüge zu den Studierenden gäbe es aber auch im Studium: „Die Fachschaften leisten viel. Von der Erstiewoche, über die Dozenten und Dozentinnen und Mitgestaltung der Module. Auch Hochschulgesetze oder Wohnungssuche sowie Weiterleitung von Jobgesuchen werden teils von Fachschaften und dem AstA begleitet und unterstützt.

„Solange die Fachschaften, der StuPa und der AStA ihren Job machen wird es oft wenig wahrgenommen. Es wird immer dann kritisch, wenn sich etwas zum Schlechteren ändert. Das war zum Beispiel 2009 bei der Bildungsreform so, als das Audimax besetzt wurde“, erklärt Laurenz Raddatz. Das Präsidium des HBK-StuPas betont ebenfalls die Wichtigkeit des Austausches: „Es war in der Vergangenheit so, dass die Situation zwischen Studierenden und anderen Hochschulgremien, durch die Verschuldung und Einsparungsprogramme sehr angespannt war.

Florian Hoffmann, Frederic MacVetter und Julia Weidner engagieren sich im HBK-StuPa. Foto: Privat

Florian Hoffmann, Frederic MacVetter und Julia Weidner engagieren sich im HBK-StuPa. Foto: Privat

Durch die jetzige Schuldenfreiheit und die neue Präsidentin ist das entspannter geworden. Viele sind da sehr optimistisch das nun Verbesserungen eintreten.“, berichtet Florian Hoffmann. Auch da es in einem Jahr kein StuPa gab, war die Motivation sehr hoch einen neuen sowie viele Arbeitsgruppen zu bilden, die motiviert, diskussionsfreudig und sehr engagiert waren. Ein gutes Beispiel sei der Kawa, ein Café, das Studierenden durch die Einsparungen genommen wurde: „Studierende haben sich eingesetzt, einen neuen Raum gesucht, gestaltet und geplant. Das hat da gut funktioniert.“

Wichtig sei die eigene Beteiligung betont Julia Weidner: „Es ist klar: Wenn ich mich nicht beteilige kann ich halt meckern aber dann wird sich nichts ändern.“ Auch der Stu-Pa der TU Clausthal blickt positiv auf das neue Semester: „Nachdem das letzte Haushaltsjahr sich in Sachen Transparenz negativ hervorgetan hat, da Protokolle wichtiger Sitzungen des StuPa nicht fertig und der Öffentlichkeit nicht zugänglich waren, will das neue Präsidium dies angehen“, erzählt Kirill Matthias Becker, Präsident des StuPa der TU Clausthal: „Allgemein möchte das StuPa die Ordnungen weiter überarbeiten und aktualisieren.“

Eine Besonderheit der TU Clausthal sieht er darin, dass bis auf den Ring Christlich-Demokratischer Studenten keine explizite Parteivorfeldorganisation im Stupa sitzt: „Auch sind explizit linke Gruppen im StuPa nur mit 4 von 25 Stimmen vertreten und ohne parteipolitische Anbindung. Das Studierendenparlament ist etwa zur Hälfte mit Interessensvertretungen oder Studierenden besetzt, denen bestimmte hochschulpolitische Sachthemen wichtig sind. Sei es die Chinesische Liste, andere ausländische Listen oder der GuStaV, welcher die Verbindungen an der Uni vertritt.“

Ali Safari ist im StuPa der Ostfalia aktiv. Foto: Privat

Ali Safari ist im StuPa der Ostfalia aktiv. Foto: Privat

„Der einfachste Weg sich in der Hochschulpolitik konkret zu beteiligen sei sich in seinen Fachschafts- oder Fachgruppenrat zu setzen oder einfach in den AStA zu kommen. „Da wird niemand weggeschickt, der sich erkundigen möchte. Auch die Referate sind für alle Interessierten offen“, berichtet Raddatz. Gründe sich zu engagieren, kennt er genug: „Es lohnt sich immer, weil man die Erfahrungen immer irgendwo gebrauchen kann. Es führt außerdem zur Verbesserung und Erhaltung des Studierendenlebens.“ MacVetter ergänzt: „Wir brauchen die Beteiligung. Die Studis müssen uns beschäftigen und beschäftigen wollen. Wir müssen uns sonst vorstellen, was am besten wäre. Da ist es besser echte Meinungen zu haben, damit es demokratisch ist.“ Auch Michaela Lange sieht es so: „Wichtig ist seinen Mund aufzumachen, sonst setzt sich eher die Uni durch. Das ist unsere Aufgabe für die Studierenden.“


AStA

„Der AstA ist das Sprachrohr der Studierenden. Dort sind Menschen aktiv, die sich für die Studierendenschaft engagieren wollen und verschiedene wichtige Themenbereiche aufgreifen, wie zum Beispiel das Kulturticket oder Verhandlungen zum Semesterticket: Dinge die jeder Studierende nutzen kann“, erklärt Petra Wiesinger vom AStA-Vorstand der TU, der vom StuPa gewählt wird.
Auch an der Hochschule für Bildende Künste ist der Aufbau ähnlich: „Da unsere Hochschule viel kleiner ist, ist das StuPa auch kleiner. Wir sind fünfzehn bis zwanzig Studierende und acht bis neun Asta-Mitglieder. An der HBK gibt es dazu keine Listenwahlen, nur einzelne Vertreter, die in das StuPa gewählt werden“, berichtet Florian Hoffmann aus dem Präsidium des StuPa der HBK. Die Ostfalia gleiche sich im hochschulpolitischen Aufbau weitgehend mit der TU, sagt Ali Safari aus dem AStA der Ostfalia: „Dazu haben wir natürlich auch Referate, wie zum Beispiel das Fahrradreferat welches Studierenden in dem Thema unter die Arme greift.“


StuPa

Was die Begriffe StuPa sowie AStA heißen, erklärt Michaela Lange aus dem Präsidium des StuPa der Technischen Universität Braunschweig: „Stupa steht für Studierendenparlament Es besteht aus Studierenden und wird in Wahlen von allen Studierenden der Hochschule per Liste gewählt. Aus jeder Fakultät gibt es Abgeordnete. Es ist das höchste Gremium der Studierendenvertretung, dessen Sitzungen jeder Studierende besuchen und in diesen sogar mit diskutieren kann. Dort wird unter anderem über Finanzen entschieden oder über Anliegen von Studierenden diskutiert.
„Jeder Studierende hat das Recht Anträge zu stellen, die wir dann im StuPa behandeln. Die Protokolle sind hochschulöffentlich, die kann jeder einsehen auch wenn man nicht bei der Sitzung war“, berichtet Laurenz Raddatz, Präsident des StuPa der TU.


Die momentane Wahlbeteiligung:
An der HBK knapp 15, an der TU und Ostfalia stetig zwischen 5 und 20 Prozent. An der TU Clausthal aktuell 14,7 Prozent.

Kategorie:Karriere
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