Gemeinsam neue Wege gehen

Welfenakademie startet Kooperationsprojekte in China

Geschäftsführer der Welfenakademie Dr. Jens Bölscher mit Projektleiterin Dr. Qunfang Luo. Foto: Merle Janßen

Geschäftsführer der Welfenakademie Dr. Jens Bölscher mit Projektleiterin Dr. Qunfang Luo. Foto: Merle Janßen

Erst einmal die Welt entdecken gehen? Das machen hierzulande viele junge Leute. In China allerdings weht ein anderer Wind: Nach der Schule beginnt für viele unmittelbar der harte Kampf um Ausbildungsplätze. Möglichkeiten, im Ausland fremde Kulturen kennenzulernen, sind rar gesät und meist nur dann möglich, wenn man bereits an einer Hochschule immatrikuliert ist. Die Welfenakademie in Braunschweig startet daher jetzt eine Reihe von Projekten, um den internationalen Austausch mit China zu stärken.

Ab September 2017 soll es losgehen: Dann beginnt an der Berufsakademie in Braunschweig ein Qualifizierungsprogramm, in dem chinesische Auszubildende aus Guangzhou Einblicke in das duale Bildungssystem bekommen sollen. Die private Akademie in Braunschweig bietet ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre mit verschiedenen Schwerpunkten an. Im Fokus der Ausbildung steht dabei die enge Verzahnung von Theorie und Praxis. Diese Praxisnähe beeindruckt auch die Chinesen, denn China und Deutschland trennen nicht nur 7.000 Kilometer Luftlinie. „Das sind zwei verschiedene Welten. Besonders im Bereich Unternehmenskultur und -management gibt es Unterschiede“, erklärt Dr. Jens Bölscher, Geschäftsführer der Welfenakademie.

Zu Missverständnissen kommt es häufig dann, wenn beide Parteien aufeinanderprallen. Da derzeit chinesische Unternehmen auch auf dem deutschen Markt immer erfolgreicher werden, besteht Handlungsbedarf. Bölscher hält fest: „Es braucht qualifizierte Leute, die beide Kulturen kennen und vermitteln können.“ Die Welfenakademie ermöglicht jetzt rund 40 Berufsschülern aus Guangzhou praxisnahe Einblicke in deutsche Unternehmensabläufe.

Das Technican College ist mit rund 10.000 Schülern die größte chinesische Berufsschule der Provinz Guangdong. Jens Bölscher und die Leiterin des China-Projektes Dr. Qunfang Luo waren im vergangenen Jahr zu Besuch in Guangzhou, der Millionenstadt im Süden der Volksrepublik. Die dortigen Ausbildungen sind sehr theorielastig. Erst nach drei Jahren können die Schüler erste Praxiserfahrungen in Unternehmen sammeln. Genau das soll jetzt im Rahmen der Kooperation geändert werden: Im ersten Schritt werden deutsche Lehrende nach China gehen, um das deutsche Ausbildungsmodell an Auszubildende, wie auch an Berufsschullehrer, zu vermitteln.

Später bekommen dann ausgewählte Schüler des Guangzhou College die Möglichkeit, sich ein Jahr lang an der Welfenakademie weiterzuqualifizieren. Da die Ausbildungssprache Deutsch ist, müssen die Schüler, die nach Deutschland kommen, gut vorbereitet werden. Luo sieht darin aber kein Problem: „Die Schüler haben große Lust auf das Projekt, für sie stellt es eine große Chance dar, ihr Leben zu verändern.“ Das Qualifizierungsprogramm ist dabei nicht das einzige Projekt, dass die Welfenakademie in Zukunft mit China starten will. Auch im Bereich Altenpflege ist eine internationale Konferenz geplant, die sich vor allem mit den verheerenden Folgen der ehemaligen Ein-Kind-Politik in China beschäftigt. Außerdem plant man in Braunschweig weitere Fortbildungsprogramme wie Zertifikatskurse und Summer Schools mit chinesischen Hochschulen.

Kategorie:Allgemein, Karriere
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