I-Business

Chatbesuch bei Knud Ahlborn vom Career Service der TU

Knud Ahlborn. Foto: Privat

Knud Ahlborn. Foto: Privat

Knud, in Berlin hat gefühlt jeder ein Startup. Trauen sich heute mehr junge Menschen als früher und hätte man einige Startups damals einfach Hobby genannt?

 

Whoa – das hört sich jetzt sehr hochglanzwerbungstechnisch an! Aber ich bin da auch gar nicht so sicher, ob das so stimmig ist. Hobbies machen einfach Spaß, schaffen Ausgleich und gute Laune. Das kann das eigene Startup natürlich auch leisten, aber da gehts eben definitiv auch um mehr: Ich will meine Brötchen damit verdienen, Rechnungen müssen bezahlt werden …

 

Bietet Ihr auch Gründerberatung an?

 

Der Career Service bietet keine eigene ründerberatung an, aber es gibt andere gute (und vor allem kompetente) Geister n der TU Braunschweig, die angefangen von Tipps zu Finanzierungsquellen bis hin zu regelrechtem Gründungscoaching eine Menge anbieten. Das sind die Kolleginnen Julia Willich und Manuela Hahn von der Technologietransferstelle.

 

Wie bewertest du die Kultur des Scheiterns und des zweiten Versuchs?

 

Och, da sei mir als studiertem ordamerikanist mal ein bisschen Schubladen-Denken erlaubt : Deutsche mögen es nicht, zu scheitern! Sie planen exakt, wägen ab, und wollen kontrollieren. Die Akzeptanz des Fehlermachens ist bei den Amerikanern viel größer. Die sagen: „Dann ist es eben einmal in die Hose gegangen … wichtig ist, du lernst daraus!“ Da könnten wir uns, finde ich, ausnahmsweise mal was vom „Großen Bruder“ abschauen – auch abseits der Startup-Szene!!

 

Was muss man als junger Gründer mitbringen?

 

Jetzt wirds kniffelig, denn wie gesagt: ich bin auf diesem Feld kein Spezialist! Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: zunächst einmal eine wirklich originelle, geschäftsfähige Idee (und nicht die Millionste halb funktionierende App oder noch ein Tättowierstübchen). Dann sollte ein solider Businessplan erstellt werden, rechtliche Erkundigungen müssen eingezogen und ausreichend Gründungskapital akquiriert werden. Daneben bedarf es exzellenter kommunikativer Fähigkeiten und einer hohen Frustrationstoleranz … (klinge ich gerade nach „Deutschland sucht den Superstar“?)

 

Knud, mein Konto ist leer, meine Eltern geben mir nichts – woher bekomme ich Startkapital?

 

Tja, vielleicht Lotto spielen … Na ja, im Ernst, da gibt es, glaube ich, einiges! Gründerstipendien, Darlehen von Gründerfonds oder Banken, Crowdfunding, hier und da sogar Unterstützung von Großunternehmen wie Robert Bosch, Deutsche Bahn oder McKinsey, die unter ihrem Dach Startups fördern … aber hier sei noch mal auf die Expertinnen Willich und Hahn verwiesen; oder Herrn Professor Asghari und sein eam. Auch die Braunschweig Zukunft GmbH bietet Informationen und Unterstützungsangebote.

 

Man hört immer von der Relevanz des Networkings. Was, wenn ich eine super Idee habe, aber keine Rampensau bin?

 

Na, hilfreich ist das tatsächlich nicht. Klingt ziemlich abgedroschen, aber ich sollte schon für meine Idee „brennen“ und Überzeugung ausstrahlen! Und eben auch mal Visionäres oder Komplexeres einfach, verständlich und mitreißend darstellen können.

 

Was unterschätzen die meisten/woran scheitern viele?

 

Ich denke, Gründen klingt einfach cool und passt ganz gut in den Zeitgeist: viele Studierende bzw. Absolventen wollen „ihr Ding“ machen, sich verwirklichen, Verantwortung schultern, aber nicht total fremdgesteuert sein. Am besten noch Sinnvolles tun! Das alles verspricht eine selbstständige Tätigkeit … aber es müssen eben auch noch Geldgeber recherchiert und überzeugt, Kunden akquiriert und vielleicht Geschäftspartner gefunden werden. Die Konkurrenz am Markt empfängt einen nicht mit offenen Armen … Und was, wenn dann plötzlich rote Zahlen geschrieben werden?

 

Haben bereits viele TU-Studierende erfolgreich gegründet?

 

Die TU Braunschweig hat hier eine durchaus beachtliche Historie. Sehr erfolgreiche Unternehmen wie aerodata, oder GOM sind aus der Uni heraus entstanden. Jüngere Beispiel sind JPM Silicon und – ganz aktuell und preisgekrönt – YUMAB, ein Startup im Biotech-Bereich!

 

Welches Startup schlummert in deiner Schublade und will befreit werden?

 

Tja, mir fehlt offen gestanden die zündende eigene Idee. Aber ich entwickle sehr gern „Rohdiamanten“ – von daher wäre ich vielleicht eher der Typ für eine Unternehmensnachfolge oder ein Franchise. Das wären ja dann noch mal in gewisser Weise Spielarten von „Gründung/Selbstständigkeit light“! Am besten schicke ich wohl weiter unsere Studis oder Absolventen auf die Reise …!

 

Na denn! Dir einen schönen Sommer, Knud

 

Kategorie:Karriere
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