Godzilla lebt!

Forscher der TU Braunschweig entdecken Unterart der Meerechsen auf den Galápagos-Inseln

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Godzilla hat bereits ein Denkmal in Tokio, jetzt gibt es ihn in echt. Foto: Eugen Flores/Flickr

Etwas Riesiges nähert sich mit mächtigen Schritten. Die Erde zittert und bringt das Wasserglas zum Beben. Ein Urschrei ertönt und geht durch Mark und Bein. Plötzlich stürzen Gebäude ein und ein gigantischer Feuerschwall ergießt sich auf die Stadt. Ein riesiger Echsenfuß stapft auf, die Kamera richtet sich nach oben. Es ist Godzilla.

Eine Szene, so oder so ähnlich, findet sich in jedem Film der bekannten Reihe um das gigantische Echsenwesen. Erstmals 1954 in Japan verfilmt gibt es mittlerweile über 30 Godzilla-Varianten.

Der „echte“ Godzilla wird gerade mal 80 bis 90 Zentimeter lang und lebt auf den Galápagos-Inseln im Pazifik, nahe der ecuadorianischen Küste. Das wechselwarme Tier liegt am liebsten in der Sonne und bewegt sich möglichst wenig, außer wenn es ab und zu ins Meer taucht, um im flachen Wasser nach Algen zu suchen. Das kleine Ungeheuer ist also, anders als der Film-Godzilla, Vegetarier. Der vollständige Name des jetzt neu klassifizierten Tieres lautet übrigens nicht ganz eingängig „Amblyrhynchus cristatus godzilla“.

Ein verwandter des Leguans

Das Reptil ist eine Unterart der Meerechse, einem Verwandten des Leguans, die jetzt von einem Team aus europäischen und ecuadorianischen Zoologen entdeckt wurde. Mittendrin der Braunschweiger Evolutionsbiologe Dr. Sebastian Steinfartz. Die Forscher entdeckten große genetische Unterschiede von Godzilla zu seinen ähnlich aussehenden Artgenossen und veröffentlichten diese neue Taxonomie, so der Fachbegriff, im „Zoological Journal of the Linnean Society“.

Der kleine Godzilla lebt auf den Galapagos-Inseln. Foto: Sebastian Steinfartz/TU Braunschweig

Der kleine Godzilla lebt auf den Galápagos-Inseln. Foto: Sebastian Steinfartz/TU Braunschweig

Godzilla wurde, genau wie zehn andere Meerechsen-Arten, nicht im klassischen Sinne entdeckt, wie ein bisher völlig unbekanntes Wesen. Es war nur vorher nicht klar, dass die Echse eine so große Zahl von Unterarten besitzt. „Wir waren sehr überrascht, dass die Einstufung des Gefährdungszustands einer so markanten und bedrohten Art durch die International Union for Conservation of Nature (IUCN) als weltweit führende Naturschutzorganisation auf einer völlig veralteten Taxonomie beruhte“, erklärt Steinfartz. Godzilla gibt es nämlich nur noch 400 bis 500 Mal.

Rettet Godzilla!

Das Problem: Sterben die Populationen anderer Arten aus, könnte auch Godzilla bald Geschichte sein. Den Namen Godzilla wählten die Forscher übrigens auch, weil sie auf die bedrohte Art aufmerksam machen wollten. Es gelang: Deutschlandweit berichteten Medien über den „echten“ Godzilla. „Wir hoffen sehr stark und werden uns auch dafür einsetzen, dass die neue Taxonomie die Grundlage für einen besseren Schutz dieser einzigartigen Tierart sein wird“, fasst Steinfartz zusammen.

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Nicht nur im Film kann Godzilla schwimmen. Foto: Miguel Vences/ TU Braunschweig

Kategorie:Wissenschaft
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